Lohnt sich KWK im Eigenheim?

Die hocheffiziente und klimafreundliche Kraft-Wärme-Kopplung wird in Deutschland weiter ausgebaut. Mit der am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) hat die Bundesregierung ein klares politisches Bekenntnis zur KWK-Technologie abgelegt.Kein Wunder, schließlich wird die Kraft-Wärme-Kopplung als unverzichtbarer Partner der erneuerbaren Energien und tragende Säule der Energiewende gesehen. Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, können KWK-Anlagen sehr flexibel Strom bereitstellen und zum Ausgleich von so genannten „Dunkelflauten“ und somit zur Versorgungssicherheit beitragen. In den Niederlanden und in Finnland beträgt der Anteil der KWK an der Stromerzeugung laut BUND Niedersachsen bereits nahezu 40 Prozent. In Dänemark sind es sogar 50 Prozent. Verglichen damit hat Deutschland mit einem Anteil von derzeit 17 Prozent noch Luft nach oben. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 mindestens 25 Prozent zu erreichen.

In Privathaushalten hält die hocheffiziente Technologie zur dezentralen Erzeugung von Strom und Wärme zwar langsam, aber stetig Einzug. „Denn Kraft-Wärme-Kopplung bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern ist bei bestimmten Rahmenbedingungen auch unter wirtschaftlichem Aspekt in Einfamilienhäusern eine Überlegung wert“, erklärt Paul Koldehoff aus Langen, der mit seinem gleichnamigen Unternehmen schon mehr als 600 KWK-Anlagen im Nordwesten Deutschlands installiert hat.

Damit eine KWK-Anlage sich im Privathaushalt rechnet, sollte sie möglichst viel laufen. Als Richtwert nennt Koldehoff einen Jahresverbrauch von 5000 Kubikmeter Gas. „Auf Bauernhöfen oder größeren Häusern auf dem Land, wo zwei oder drei Generationen unter einem Dach leben, sind 5000 Kubikmeter schnell erreicht“, sagt Koldehoff. Dann lassen sich die im Vergleich zu einem herkömmlichen Heizkessel höheren Investitionskosten über die eingesparten Stromkosten recht schnell wieder reinholen.

Je höher die Energieeffizienz, um so attraktiver die Förderung

Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt, der Kraft-Wärme-Kopplung insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht interessant macht: Wer heute baut, muss die Energieeinsparverordnung (EnEV) beachten. Die Kennwerte der Energieeffizienzsind Anfang des Jahres nochmals erhöht worden, bedeuten jedoch noch nicht das Ende der Fahnenstange.Die aktuell gültigen energetischen Anforderungen sind ein Zwischenschritt hin zum so genannten „Niedrigstenergiegebäude“, das ab dem Jahr 2021 europaweit als Neubaustandard gelten soll.

Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale heißt es: „Wer sich heute beim Bau eines Hauses mit den Mindeststandards der EnEV begnügt, läuft Gefahr, dass die neue Immobilie bereits kurz nach Fertigstellung bautechnisch überholt ist. Daher empfiehlt es sich, schon jetzt nach möglichst hohen Effizienzstandards zu bauen.“

Laut Paul Koldehoff können die energetischen Anforderungen der EnEV mit der hocheffizienten Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung mühelos erfüllt werden. „Je höher die Energieeffizienz des Hauses ist, um so attraktiver ist übrigens die Förderung, die man von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommen kann“, so Koldehoff. Wer z. B. ein neues KfW-Effizienzhaus 55 baut oder kauft, erhält von der KfW bis zu 5000 Euro Tilgungszuschuss, für ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus sogar 15000 Euro. Man spart also bares Geld.

Wer über die Anschaffung einer KWK-Anlage nachdenkt, sollte sich in jedem Fall von einem Fachmann beraten lassen. Das kann ein Heizungsbauer, Fachplaner, Energieberater oder KWK-Experte sein. Je genauer die Rahmenbedingungen und der Bedarf vorab geprüft werden, um so eher ist man wirtschaftlich auf der sicheren Seite.